Tipps rund um den Umzug

Umziehen mit Reptilien

28. Mai 2018

Sind Sie stolzer Besitzer einer oder mehrerer Schlangen oder Echsen und steht ein Umzug an? Dann holen Sie sich am besten Rat vom Fachmann. Insbesondere, wenn Sie das erste Mal mit Ihrem Terrarium und Ihren Reptilien umziehen. Denn die Tiere können beim Umzug auskühlen, austrocknen oder unter Stress geraten und schwer krank werden. Oder sie entweichen und gefährden sich selbst, Sie, Ihre Familie oder andere Menschen.

An dieser Stelle können lediglich allgemeine Hinweise gegeben werden. Fragen Sie für die Tierart, die Sie halten, bitte auf jeden Fall Züchter oder Zoohändler, die eine ausgewiesene Kompetenz haben. Nennen Sie dem Experten Art und Alter des Tieres – sowie auch den Zeitpunkt des Umzugs, damit natürliche Lebensrhythmen einiger Tierarten (zum Beispiel die Winterstarre) in die Planung einbezogen werden können.

Einverständnis vom Vermieter

Nicht alle, die Ihnen Wohnung oder Haus vermieten, sind solche Reptilienfans wie Sie. Klären Sie den Einzug mit Ihren kaltblütigen Lieblingen auf jeden Fall mit dem Vermieter ab, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben. Klären Sie ihn über die Tierart auf und belegen Sie wenn möglich Ihre Kompetenz und Erfahrung mit deren Haltung. Lassen Sie sich das Einverständnis auf jeden Fall schriftlich geben!

Meldepflicht beachten

Für einige Tierarten gibt es behördliche Auflagen. Fragen Sie bei einem kompetenten Händler, bei einem Züchterverband oder der örtlichen Behörde in Ihrem neuen Heimatort nach, ob Sie den Umzug melden müssen. Bei einigen Reptilienarten sind auch spezielle Haltungsnachweise nötig, über die Sie der Tierarzt informieren kann.

Erst den gesamten Umzug meistern

Zahlreiche Experten, auch in Webforen, raten, den gesamten Umzug vom Umziehen der Reptilien zu trennen. Einige Halter bringen Ihre Tiere in einem Übergangsterrarium zu Freunden. So können sie sich auf beides konzentrieren – den gesamten Umzug und das Umsiedeln der Tiere einige Tage später. Ein weiterer Vorteil: Die neuen Räume sind schon eingerichtet, inklusive des Terrariums (siehe unten). So werden die empfindlichen Reptilien, wenn Sie in Ihr neues Heim kommen, nicht durch Lärm oder Bewegungen gestört. Sie können sich in Ruhe eingewöhnen.

Transportbehälter beschaffen

Viele Reptilienarten sind in tropischen oder subtropischen Gefilden zuhause. Sie brauchen dringend und möglichst konstant ein gewisses Temperaturniveau, Feuchtigkeit und passende Lichtverhältnisse. Insbesondere die Temperatur kann schon bei kurzen Umzügen zum Risiko werden. Beschaffen Sie sich angemessene Transportbehälter, die wiederum gut gepolstert in eine Styropor- oder Isolationsbox gegen Wärmeverlust geschützt sind. Selbstverständlich sollten diese Lüftungsschlitze haben und sicher verschließbar sein. Wenn Sie mehrere Reptilien haben, sollte jedes Tier eine eigene Box bekommen. Die Transportbox(en) können Sie schon einige Tage vor dem Umzug im Terrarium deponieren, damit sich Schlange oder Echse daran gewöhnen. Einige Experten empfehlen, es mit Futtertieren hinein zu locken.

Umsetzen der Tiere mit Erfahrung oder vom Fachmann

Wenn Ihr Tier gefährlich, vielleicht sogar giftig ist, gilt: Im Zweifel lieber vom Fachmann umsetzen lassen! Bereiten Sie alles gut vor, damit das Umsetzen selbst nicht zu lange dauert – was die Tiere unnötig stresst. Zur Vorbereitung gehört auch, dass das Terrarium vielleicht schon zum Teil leergeräumt wird. Dann können Sie oder der Umsetzer das Reptil leichter und ohne Verletzungen für Mensch und Tier „einfangen“. Vielleicht locken Sie es ja auch mit Lebendfutter oder einem anderen Leckerbissen in die Box.

Terrarium und Tiere jeweils im PKW transportieren

Die nun von Ihrem Reptil kurzzeitig bewohnte Transportbox, sicher und gut gepolstert in der Styroporbox verpackt, wird am besten im eigenen PKW transportiert. Achten Sie auf sicheren Stand. Rundum Polsterung, zum Beispiel mit Kissen oder leichten Kleidersäcken, und ein Befestigen mit Ladegurten im Kofferraum sorgen dafür, dass die Box beim Bremsen oder Kurvenfahren nicht verrutscht. Vergewissern Sie sich, dass die Temperatur nicht zu stark sinkt (oder bei Umzügen im Sommer steigt). Wenn der Umzug länger dauert oder bei kalter Witterung stattfindet, können auch Isolierboxen nicht lange die Wärme halten. Manche Halter setzen dann zusätzliche Wärmequellen, wie zum Beispiel Wärmflaschen ein. Hierbei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Wärmequelle nicht zu dicht an der eigentlichen Tierbox liegt. Das kann nämlich wiederum zu Überhitzung oder sogar zum Tod führen. Bei längeren Transportwegen achten Sie zudem auch auf den Feuchtigkeitsbedarf.

Terrarium abbauen

Nun können Sie das Terrarium ganz leerräumen und reinigen (ohne scharfe Reinigungsmittel, deren Reste können dem Tier schaden). Wenn Sie einen Wasserbehälter im Terrarium haben, wird dieser auch entnommen und gereinigt – genau wie ein eventueller Wasserfilter. Das Terrarium wird ebenfalls gut gepolstert und sicher im Auto befestigt. Auf keinen Fall darf etwas drauf gestellt werden. Größere Terrarien müssen mit mehreren Umzugshelfern getragen werden. Am besten an jeder Ecke einer; bei längeren Terrarien zusätzlich jemand in der Mitte, weil sie durchbrechen können! Wenn Sie vor Ort in Ihrer neuen Bleibe alles wiederaufgebaut haben, kann Ihr Reptil eingesetzt werden. Falls in dem Raum, in dem das Terrarium steht, doch noch Umzugsarbeiten anfallen, sollten diese leise ausgeführt werden. Wenn Ihre Tiere gestresst wirken, kann das Terrarium für eine Eingewöhnungszeit zudem mit einem Tuch abgedeckt werden.

 

 

Alle Hinweise sind ohne Gewähr.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Umzugsorganisation für Ihre Reptilien die richtige ist: Holen Sie sich unbedingt Rat von einem Experten – im Zweifel sogar von zwei oder drei Fachleuten!

 

 

 

Quelle der Fotos ist

© panthermedia.net / Pirotehnik (1)

© panthermedia.net / kikkerdirk (2)

 

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