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Umziehen mit Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II 

3. Februar 2021

Sie beziehen Arbeitslosengeld 2 (ALG-II, Hartz IV) und wollen umziehen? Dann müssen Sie rechtzeitig vor Ihrem Umzug einen Antrag auf ‚Hartz-IV-Umzug‘ stellen. Nur wenn Ihr Sachbearbeiter ihrem Einzug in eine neue Wohnung schriftlich zugestimmt hat, werden unter bestimmten Voraussetzungen Kosten für einen Umzug übernommen. Die Genehmigung des Sachbearbeiters bezieht sich in der Regel auch auf die neue Wohnung. Als Hartz-IV-Empfänger benötigen Sie die Genehmigung des Jobcenters, damit Umzugskosten sowie Miet- und Heizkosten der neuen Wohnung vom Amt übernommen werden.

Wenn Sie ohne Zustimmung des Amtes umziehen, übernimmt das Jobcenter keine Kosten. 

Was müssen Sie bei einem Umzug beachten?

Wenn Sie als Empfänger von ALG-II umziehen wollen oder müssen, erhalten Sie Unterstützung vom Jobcenter. Allerdings haben Sie für einen Umzug wichtige Motive anzugeben und mit Belegen nachzuweisen. Besprechen Sie die Gründe für einen Wohnungswechsel rechtzeitig mit Ihrem Sachbearbeiter. Denn dieser muss einer Kostenübernahme zustimmen und zudem bestätigen, dass Ihre neue Wohnung angemessen ist. Dies ist entscheidend, damit die Mietkosten für die neue Wohnung in voller Höhe übernommen werden. Heiz- und Nebenkosten werden gesondert berechnet.

Was sind wichtige Anlässe für einen Umzug?

Wenn Sie eine Kostenübernahme für Ihren Umzug beantragen wollen, dann müssen Sie wichtige Gründe vorweisen und auch schriftlich belegen können (SGB II). Dies kann beispielsweise die Kündigung des Vermieters sein, ein Arbeitsvertrag in einer anderen Stadt oder eine Eheschließung. Weitere wichtige Gründe für einen Umzug könnten sein:

  • Gesundheitliche Probleme (Barrierefreie Wohnung wird benötigt)
  • Kostengünstigere Wohnung
  • Neue Berufstätigkeit an einem anderen Ort
  • Vermieter hat Wohnung gekündigt
  • Eheschließung, Scheidung, Trennung
  • Aktuelle Wohnsituation ist nicht mehr zumutbar (Schimmel, Lärmbelastung, etc.),

Welche Umzugskosten übernimmt das Jobcenter?

Als Hartz-IV-Empfänger haben Sie Ihren Umzug in Eigenregie durchzuführen, also mit Freunden und Bekannten. In Ausnahmefällen wie Krankheit oder hohem Alter genehmigt das Amt auch Kosten für ein Umzugsunternehmen. Hierzu legen Sie Ihrem Antrag drei Kostenvoranschläge von Umzugsunternehmen bei. Nach Bedarf erhalten Sie auch eine Unterstützung bei der Ausstattung der Wohnung. In jedem Fall benötigen Sie die schriftliche Zustimmung des Amtes für die Übernahme der Umzugskosten.

Diese Kosten werden übernommen:

Beachten Sie: Kosten für die Renovierung Ihrer Wohnung werden nicht übernommen.

Wie beantragen Sie Umzugskosten?

Damit die Kosten für Ihren Umzug übernommen werden, müssen Sie vorab einen „Antrag auf Umzugsgenehmigung und Übernahme der Umzugskosten“ stellen. Diesen Antrag erhalten Sie im Jobcenter, hierfür gibt es keinen allgemein gültigen Vordruck. Sie finden auf der Website einiger Ämter unter der Bezeichnung „Antrag auf Umzugsbeihilfe“ oder „Antrag auf Übernahme von Umzugskosten“ ein Formular als PDF zum Downloaden. Falls kein Formular vorhanden ist, reichen Sie ein formloses Schreiben mit den wichtigen Informationen ein.

  • Anlass (Antrag auf Übernahme der Umzugskosten)
  • Anlagen: Kopie des neuen Mietvertrages, Adresse, Mietkosten, Kaution etc.
  • Auflistung der Umzugskosten, inkl. Kostenvoranschläge für Mietwagen
  • Liste für Erstausstattung / Möbel

Was passiert, wenn Sie ohne Genehmigung umziehen?

Ohne Zustimmung Ihres Sachbearbeiters sollten Sie weder einen neuen Mietvertrag unterschreiben noch in eine andere Wohnung umziehen. Dies kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Insbesondere können Kosten entstehen, die Sie selbst tragen müssen. Dies bezieht sich nicht nur auf den Umzug, sondern auch auf das neue Mietverhältnis.

Wenn Sie ohne Genehmigung umziehen, kann das Jobcenter

  • Umzugskosten ablehnen
  • Mehrkosten der Miete nicht übernehmen
  • Kein Darlehen für die Mietkaution gewähren
  • Mietschulden nicht übernehmen

 

Wichtig: Erhalten Sie Grundsicherung im Alter, bei Erwerbsminderung sowie Hilfe zum Lebensunterhalt (SGB XII), ist Ihr Ansprechpartner in der Regel das Sozialamt. Nur für Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) ist das Jobcenter zuständig.

 

 

 

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