Allgemein | Tipps rund um den Umzug

Tragen wie die Profis – rückenschonend schwere Lasten beim Umzug bewegen

4. Januar 2021

Umziehen, das machen die meisten nicht allzu oft. Es muss vieles organisiert werden, Haushaltsgegenstände, Deko, Besteck und Geschirr werden verpackt. Vor allem gilt es, große Gegenstände von A nach B zu bewegen. Dazu zählen Schränke, Regale, Kommoden, Betten, Matratzen, auch Maschinen wie Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, die sonst jahrelang an einem Platz stehen. Diese Dinge haben nicht nur ein hohes Gewicht. Die viel größere Herausforderung ist oft, dass sperrige Möbelstücke und Haushaltsgeräte schwer umfasst und gehalten werden können.

Hier können Umzugsgurte, auch Möbel- oder Klaviergurte genannt, wertvolle Dienste leisten

Mit ihnen gelingt es nicht nur, dass Gewicht des Umzugsgutes effektiv und rückenschonend anzuheben. Auch der Transport ist einfacher: Die tragenden Umzugshelfer werden entlastet, und das Möbelstück kann nicht so leicht beschädigt werden. Denn mit Möbelgurten können Umzügler und Umzugshelfer vermeiden, dass das Tragegut aufsetzt – so können Oberflächen beispielsweise nicht so leicht verkratzen. Zudem wird das Verkanten vermieden: Wer ein großes, nicht zerlegbares Einrichtungsstück, zu zweit trägt, kann es mithilfe von Gurten gerade halten. So vermeiden Sie das Anstoßen an Wände oder das Entlangschrammen am Geländer des Treppenhauses.

Welche Grundsätze gelten beim Einsatz von Möbelgurten – und was ist beim Tragen zu beachten?

  • Richtig heben

    Die allgemeinen Empfehlungen für das richtige Anheben gelten auch beim Einsatz von Umzugsgurthilfen und Klaviergurten. Wer Schrank, Anrichte, Bettteile oder auch schwere Kartons oder Getränkekisten anhebt, sollte folgende Grundsätze beachten:

    – Beim Anheben in die Knie gehen und den Rücken gerade lassen

    Die Hebekraft kommt aus den Beinen, wie bei einem olympischen Gewichtheber. Der Rücken bleibt möglichst gerade.

    – Die Last soll möglichst nah am Körper gehoben werden

    Ob Karton oder Waschmaschine, ob Schrank oder Regal – wer schwer hebt, sollte den Gegenstand so nah wie möglich am Körper haben. So verringern sich die Hebelkräfte. Die entstehen, wenn etwas mit einer hohen Masse beispielsweise „am langen Arm“ angehoben wird.

    – Sich den Gegenstand, der gestemmt werden soll, gerade „vor die Brust“ nehmen

    Viele Bandscheibenvorfälle oder langwierige Verspannungen der Rücken- oder Schultermuskulatur entstehen, weil Menschen aus der Drehung heraus heben. Es belastet die Wirbelsäule, Bänder und Muskeln auf unnatürliche Weise, wenn die Last seitlich vom Hebenden steht. Wird sie ruckartig angehoben, um sich dann in die natürliche, gerade Position zu drehen, ist die Verletzungsgefahr groß.

    Deshalb sollten Sie gerade vor die Last treten, bevor Sie sie anpacken und anheben (aus den Knien heraus, mit geradem Rücken, siehe oben). Diese richtige Hebetechnik wird bei sperrigen Dingen durchs Nutzen von Gurten unterstützt.

  • Tipps zur richtigen Nutzung von Trage-, Umzugs- und Klaviergurten

    Vorab: Bitte beachten Sie immer die Bedienungsanleitungen und Sicherheitshinweise des jeweiligen Gurtes, den Sie für den Transport von Schrank, Vitrine, Pianoforte oder Waschmaschine verwenden. Bedenken Sie bitte auch den Unterschied zwischen Trage-/Umzugsgurten, die um die Schultern verlaufen sowie Gurtbändern, die in der Armbeuge „eingehakt“ werden.

    Wir können hier (ohne Gewähr) allgemeine Hinweise geben, wie Tragegurte sinnvoll eingesetzt werden können:

    – Länge des Gurtes

    Die meisten Tragegurte sollten eine Art Ring bilden. Haben Sie einen langen, durchgehenden Gurt, muss er an beiden Enden zusammengeknotet werden. Die Länge sollte so bemessen werden, dass Sie in leicht knieeinder Stellung das Gurt um die Schultern führen, um den Gegenstand anzuheben. Vorher wird das Tragegurt unter dem Gegenstand herumgeführt. Dies geschieht etwa 20-30 Zentimeter von Ihnen entfernt. Der Tragegurt verläuft dann in einem Winkel von circa 10 Grad von der Unterseite des Umzugsgutes zu Ihren Schultern.

    Wenn Sie einen Schrank transportieren wollen, geschieht dies am besten „liegend“

    Vorher werden lose Regalböden herausgenommen und Türen gegen Aufschwingen gesichert – oder Sie schrauben die Türen an den Scharnieren ebenfalls ab. Nun kann der Schrank vorsichtig auf die Seite gelegt werden. Der Gurt wird unter den Schrank geführt. Er darf beim Tragen nicht abrutschen. Der Gurt sollte so lang sein, dass sie ihn einfach zusammenknoten und dann um die Schultern legen können. Zudem muss der Gurt stramm sein, wenn Sie leicht in die Knie gehen. So wird das Anheben ermöglicht. Bei einem Schrank von 1 Meter Breite und z.B. 40 Zentimetern gilt für die Gurtlänge grob:

    1 Meter (Schrankbreite)
    + zweimal 0,4 Meter (Seiten des Schrankes)
    + die Länge von der Schrankkante bis zu Ihren Schultern
    + der Verlauf über Ihre Schultern
    + etwas Überhang für das Verknoten

    = circa 4 Meter bei einem durchschnittlich großen Menschen

    Achten Sie bitte auch darauf, dass die Enden nach dem Verknoten nicht herunterhängen (Stolpergefahr!). Gegebenenfalls schneiden Sie die Enden bitte ab.

    – Anlegen des Gurtes

    Die Gurte sollten in der Regel um die Schultern gelegt werden. Niemals dürfen die Gurte vorne auf Hals und Kehlkopf drücken. Auch das Tragen auf einer Schulterseite sollten Sie vermeiden. Es kann zu einseitigen Belastungen und Verspannungen führen.

    – Verknoten des Tragegurtes

    Achten Sie darauf, einen Knoten zu binden, der auch noch auflösbar ist, wenn der Gurt unter Zugkraft gerät. Viele empfehlen beispielsweise einen „normalen Alltagskoten“ und einen gegenläufig normalen Knoten obendrauf. Er kann einfacher aufgebunden werden als zwei oder drei Alltagsknoten aufeinander.

    – Das Anheben und Tragen

    Zum Tragen mit Umzugsgurten benötigen Sie in der Regel zwei Umzugshelfer, die jeweils ein Ringgurt am Möbelstück anlegen. Der Umzugshelfer, der im Treppenhaus unten beziehungsweise rückwärtsgeht, sollte von einem dritten Helfer von hinten gesichert und geführt beziehungsweise abgestützt werden. Achten Sie beim Anheben bitte darauf, auf ein „Kommando“ gleichzeitig hochzuheben. So verhindern Sie, dass das sperrige Tragegut aus den Gurten rutscht, verkantet oder beschädigt wird. Mit dem Umzugsgurt um Ihren Körper stemmen Sie das meiste Gewicht – die Arme hingegen sind entlastet. Sie können Ihre Arme zum Führen des Gegenstands nutzen. Bitte passen Sie jedoch auf, dass der Tragegegenstand möglichst gerade bleibt und dass Sie Ihre Hände nicht zwischen Treppengeländer und Möbelstück einklemmen.

Mit diesen Tipps sowie den Sicherheits- und Bedienhinweisen des jeweiligen Gurtes werden Sie schwere Umzugsgüter bewegen wie die professionellen Umzugshelfer!

Noch ein Hinweis zu Ihrer Sicherheit und zum gesundheitsschonenden Nutzen: Bitte verwenden Sie immer Möbeltragegurte bzw. Klaviergurte – und nicht „Do it yourself“-Tragegurte aus Seilen oder normalen Zurrgurten. Sie könnten reißen, rutschen oder, wegen der schmalen Oberfläche, zu sehr einschnüren.

Viel Erfolg – und lassen Sie sich helfen! Kein Mensch muss ein schweres Umzugsgut alleine oder zu zweit tragen. Mit Umzugshelfern plus eventuellen Tragehilfen und Gurtzeug gelingt Ihr Umziehen!

 

Bildquelle: pixabay

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.