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Wiederverwenden von „Umzugsmüll“ und Möbelteilen

21. Dezember 2020

Jeder kennt das – beim Umziehen fällt fast immer viel Müll an. Das betrifft nicht nur kaputtgerissene Umzugskartons, die im Altpapier entsorgt werden. Der meiste Abfall entsteht lange vor dem Umzugstag. Denn bei nahezu jedem Umziehen wird die Gelegenheit genutzt, fleißig auszusortieren: Alte Bücher, Spielzeug, mit dem die Kinder nicht mehr spielen oder Klamotten, die nicht mehr getragen werden. Clevere Umzügler fangen damit rechtzeitig an. So können sie entspannt vor- und aussortieren. Im Idealfall findet einiges via E-Bay Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt einen neuen Besitzer und bringt etwas Geld. Das Gute daran: Die Umwelt wird auch gleich entlastet, wenn die Dinge weiterbenutzt werden. Manches geht zumindest noch in der Rubrik „Zu verschenken“ weg. Vielleicht kann es auch eine lokale Hilfsorganisation, die Kirche, eine Kita oder ein Sozialunternehmen gebrauchen. Einfach mal anrufen.

Was aber tun mit Dingen, die offenbar keiner haben will?

Mit Sachen, die zudem noch kiloweise Restmüll darstellen, weil sie kaum recycelbar sind? Bevor Sie diesen Kram auf den Sperrmüll stellen oder zum Wertstoffhof bringen, halten Sie bitte kurz inne. Sind wirklich alle Versuche ausgeschöpft, eine bedürftige Familie zu finden, die sich über die alten Lego-Steine der Kinder freut? Oder einen Bastler, der den defekten Rasenmäher repariert? Haben Sie  Dinge, die Sie großzügig verschenken oder tauschen möchten, ansprechend in E-Bay & Co. präsentiert – damit sich jemand meldet? Alles abgehakt? Ok. Dann bedenken Sie bitte noch eines, bevor es mit den Dingen auf den Müll geht: Können Sie das ein oder andere Teil vielleicht „umnutzen“?

Es muss nicht gleich ein cooles Upcycling sein, bei dem aus Müll trendige Lifestyle-Produkte entstehen

Das ist bei dem alten Billigschrank, der beim nächsten Ab- und Aufbauen garantiert auseinanderfällt, auch schwer möglich. Aber vielleicht können Sie Teile nutzen? Von einigen unserer Eltern und Großeltern kennen wir das vielleicht noch: Sie hatten sich angewöhnt, fast jedes Altteil zu fleddern. Es könnten ja wieder schlechtere Zeiten kommen, in denen man nicht schnell nagelneuen Ersatz kaufen kann. Damals hat so mancher Opa die Waschmaschine, die nach unzähligen Reparaturen endgültig ihren Geist aufgegeben hatte, regelrecht ausgeweidet: Jede Schraube, Unterlegscheibe und Mutter wurden entfernt. Wer in unserer modernen, hektischen Epoche rechtzeitig vor dem Umzug mit so etwas anfängt, kann das immer noch machen. Selbst, wenn es sich kostentechnisch nicht lohnt, weil das Gehalt stimmt und neue Schrauben & Co. im Baumarkt wenig kosten: Es macht Spaß, vor allem, wenn man gerne bastelt und die Kleinteile irgendwann wiederverwenden kann. Zudem dient es der Umwelt. Schließlich werden beim Produzieren neuer Teile jede Menge Rohstoffe verbraucht und CO2 erzeugt.

Wer keine Lust hat, an Hausgeräten herumzuschrauben, kann immerhin Möbelteile weiternutzen

Hobby-Holzwerker freuen sich über die Winkel, Möbeldübel und Schrauben und besonders über Scharniere. Die sind nämlich teuer, wenn man mal selbst ein Schränkchen bastelt und sie neu kauft. Kommt auch nicht in Frage? Dann können wenigstens die Regalböden, die fast jeder Billigschrank oder jede Kommode haben, entnommen werden. Für sie braucht man nur wenig Platz im Keller und Dachboden. Wenn irgendwann mal ein einfaches Regal in Werkstatt oder Waschküche gebraucht wird, werden sie hervorgeholt. Mit Hand-, Kreis- oder Stichsäge können Sie sie gegebenenfalls auf das passende Format bringen. Dann reichen schon ein paar Dübel, Schrauben und Winkel – und fertig ist das Wandregal. Fast zum Nulltarif! Zudem nichts von der Stange, sondern ein individuelles, praktisches Nutzmöbel! Designpreise braucht es ja nicht zu gewinnen. Ganz nebenbei haben Sie der Umwelt damit einen großen Dienst erwiesen. Gerade Spanplatten, die meist sogar noch mit Kunststoff beschichtet sind, sind kaum recycelbar. Sie landen fast immer auf der Deponie oder in der Müllverbrennung. Hier können Sie leicht viele Kilo zusätzlichen Müll vermeiden.

Wenn die Stücke, die eigentlich wegsollen, aus Massivholz sind, freuen sich Heimwerker besonders

Die massive, gut verleimte Kiefernholzplatte des Jugendschreibtisches Ihrer Kinder würde viel Geld kosten, wenn Sie eines Tages eine neue kaufen. Sparfüchse schrauben das gute Stück vom alten Tischunterbau ab und lagern es trocken ein. Am besten stehend, damit sich die Holzplatte lnicht verzieht. Wenn Ihre Kinder dann irgendwann selbst Nachwuchs haben, sind Sie vielleicht schon in Rente und haben Zeit. Was meinen Sie, wie Kinder und Enkel dann staunen, wenn Sie aus der alten Tischplatte auf einmal etwas Neues basteln? Zum Beispiel die sorgfältig ausgesägte Kopf- und Halspartie eines Holz-Spielpferdes für die Enkelin? Oder eine Regalrückwand mit den Umrissen eines Autos, eines ICEs oder eines Bücherwurms – handbemalt, für das Spielzimmer der Kindeskinder? Das gibt es in keinem Einrichtungshaus. Ein wirklich einmaliges Geschenk für besondere Menschen!

Auch alten Textilien oder sogar Papierkram kann neues Leben eingehaucht werden

Warum nicht aus der früher schicken, heute überholten Küchengardine ein Tischtuch mit nostalgischem Flair nähen? Oder Sie machen aus der Landkarte vom Ziel Ihrer Hochzeitsreise ausschnittweise zwei Unterlegsets – für den heimischen Esstisch. Einfach laminieren lassen, und fertig sind die individuellen Sets für das Dinner am 6. Hochzeitstag? So wird der Tag romantisch und sicher nicht ein „verflixtes“ siebtes Ehejahr einleiten. Kreative nehmen alte Konzertkarten, Platten- oder Comic-Cover sowie ein paar Figürchen, die vor Jahren mal im Regal standen. Daraus entstehen mit etwas Alleskleber auf einer alten Spanplatte (siehe oben) dreidimensionale Collagen. Oder Sie gestalten mit ausgedientem Nippes Bilderrahmen für Ihre Liebsten. Solche Unikate müssen nicht perfekt aussehen. Diese Dinge versprühen nicht nur den Charme des Handgemachten. Sie regen Beschenkte oder Betrachter auch an, in Erinnerungen an gute alte Zeiten zu schwelgen. Wenn Ihnen das alles zu aufwändig ist: Nicht nur die Best Ager unter uns haben noch Stadtpläne aus Papier herumliegen… Die gab es wirklich! Sie eignen sich hervorragend als Retrogeschenkpapier, auch für die Generation Google Maps. Bitte verwenden Sie dafür aber keine alten Falk-Pläne. Deren geniale Patent-Faltung ist so komplex, dass sogar hochqualifizierte Nerds der Neuzeit daran verzweifeln könnten.

Sicher fällt Ihnen beim Betrachten von einigem Kram, den Sie eigentlich entsorgen wollen, noch viel mehr ein? Egal ob Großeltern, junge Familie, Pärchen oder Single, Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das Web ist ein Fundus von zahlreichen gratis Bastelanleitungen und -ideen!

 

 

Bildquelle: pixabay/coyot

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