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Adressänderungen beim Umzug – wo und wie?

17. April 2019

Vor, während und nach dem Umzug ist viel zu tun. Kartons werden gepackt und transportiert, Möbel abgebaut und geschleppt, Wände gestrichen, Baumärkte und Einrichtungshäuser abgeklappert. Private, gewerbliche oder studentische Umzugshelfer wollen koordiniert (und natürlich motiviert) werden – und zudem möchten Sie sich noch auf den neuen Job in der neuen Stadt vorbereiten, einen Kindergarten für die Kleinen finden oder Zeit für Ihren Partner, mit dem Sie zusammenziehen, haben…

Bei so vielen To Dos kann „Verwaltungskram“ wie eine Adressänderung schnell mal vergessen werden…

Die meisten denken daran, sich beim neuen Einwohnermeldeamt umzumelden. Und sicher wird auch bei der nächsten Bestellung bei Amazon, Otto, Zalando & Co. daran gedacht, die neue Lieferadresse anzugeben (Tipp: Aktualisieren Sie auch eventuelle Zusteller-Infos, wenn Sie ein Login bei DHL, Hermes und so weiter haben: Zum Beispiel „Bitte Pakete auf Terrasse ablegen“ – vielleicht haben Sie in der neuen Wohnung keine Terrasse mehr…)

Darüber hinaus müssen noch viele andere informiert über Ihre neue Anschrift informiert werden

Bedeutsam ist das selbstverständlich, falls der Betreiber Ihre Rechnungen, einen eventuellen Zugangscode oder auch einen Vertrag per Post sendet. Die meisten Bestätigungen und Rechnungen werden heute per E-Mail versandt oder in einem Online-Zugang bereitgestellt. Aber auch in diesen Fällen ist es wichtig, dass in der PDF-Rechnung Ihre neue Adresse steht. Insbesondere, wenn Sie einen Beleg einmal wegen eines Disputs über Kosten benötigen (zum Beispiel mit Vermieter, Vor- oder Nachmieter). Oder wenn Sie Rechnungen, zum Beispiel vom Handwerker, beim Finanzamt einreichen möchten, um die Lohnkosten von der Steuer abzusetzen.

 

 

Bei vielen Dienstleistern müssen Sie sich selbst melden

Das sind häufig Strom-, Telefon-, TV-Kabel- und Internetanbieter, eventuell auch Wasser- und Wärmeversorger, Müllabfuhr und Abwasser. Falls Sie in deren Einzugsgebiet und deren Kunde bleiben, ist das Mitteilen Ihrer neuen Adresse besonders wichtig. Denn wenn Sie die neue Adresse termingenau mitteilen, kann Ihr Verbrauch in der alten und neuen Wohnung genau abgerechnet werden. Auch bei Versicherungen sollten Sie genau hinschauen: Die Hausratversicherung zum Beispiel muss ja nicht nur Ihre neue Adresse kennen, sondern übernimmt auch das Versicherungsrisiko für Ihre neuen Räume. Wenn Sie stolzer Eigentümer oder selbst Vermieter sind, ist auch die Brandschutzversicherung Ihres neuen Gebäudes wichtig.

Strom und Wasser wird zwar weiterhin fließen, auch wenn das Ummelden nicht tagesgenau durchgeführt wird

Aber die Anbindung an eine High Speed Datenleitung muss von manchem Anbieter für die neue Wohnung extra freigeschaltet oder gar neu verlegt werden. Besonders in diesen Fällen sollten Sie sich einige Wochen vor dem geplanten Umzug mit dem Anbieter in Verbindung setzen. Das gilt auch, wenn Sie zu einem anderen Kommunikationsdienstleister wechseln.

Wird gerne vergessen – auch viele Anbieter oder Behörden, die nicht direkt mit Ihrem neuen Zuhause zu tun haben, müssen Ihre neue Adresse erfahren

Das sind zum Beispiel die Kranken- oder Lebensversicherung, die Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung, die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers, Zeitschriften- oder E-Paper-Abos. Und bitte nicht vergessen: die Zulassungsstelle, bei der Sie den Kfz-Schein mit der Adresse Ihres neuen Hauptwohnsitzes erhalten (wer das versäumt, kann unter Umständen Bußgelder zahlen). Auch wenn es heute möglich ist, das alte, geliebte Autokennzeichen „mitzunehmen“ – die neue Adresse möchte die Behörde trotzdem wissen.

Die meisten Versorgungsbetriebe, Stadtwerke oder Ämter bieten mehrere einfache Kanäle an, über die Sie Ihre neue Adresse durchgeben können

Bitte schauen Sie einfach auf den Webseiten der Anbieter

Dort werden Sie das Thema „Adresse (online) ändern“ meist schnell finden. In der Regel wird auch klar aufgelistet, wie die Adressänderung funktioniert und welche Belege gegebenenfalls nötig sind. Teils müssen Sie die Adressänderung durch einen Verifizierungslink, der per Mail zugesandt wird, bestätigen. Manchmal können Sie auch als Beleg eine Meldebescheinigung oder den Mietvertrag hochladen. Häufig können abschließende Zählerstände (abzulesen am Tag des Auszugs) gleich mit durchgegeben werden, zum Beispiel bei Strom- oder Gaszählern.

Viele Anbieter drucken sogar die jeweilige Webadresse ihrer Adressänderungs-Seite auf Ihre Rechnung

Damit gelangen Sie direkt auf die richtige Internetseite, ohne lange auf der Hauptseite suchen zu müssen. Falls Sie einen Anbieter haben, der einen professionellen Telefonservice anbietet, können Sie teils auch telefonisch die Adresse ändern. Die meisten Hotlines sind dank 0800er Nummer oder Ortsnetzvorwahl und Flatrate des Anrufers kostenfrei. Dabei können Sie versuchen, Wartezeiten zu vermeiden: Wer zum Beispiel nicht am Montagmorgen, sondern mittwochs oder donnerstags Nachmittag anruft, kommt oft schneller durch.

 

 

Serienbrief verschicken – häufig genauso schnell wie die Online-Adressänderung

Wer seine Adresse nicht online ändern möchte oder Bedenken bezüglich der Verschlüsselung und des Datenschutzes hat, kann natürlich auch einen „guten alten“ Brief an die Unternehmen schreiben. Wenn der gut vorbereitet ist, kann das genauso schnell gehen wie der Weg übers Web oder die Hotline. Dazu können Sie einfach ein Standardschreiben in Word oder einer anderen Textverarbeitungssoftware aufsetzen. Dann werden die Adressen und Ihre jeweilige Kunden- oder Vertragsnummer beim Unternehmen eingesetzt.

Vielleicht ändern Sie die Anrede oder den Standardtext auch pro Unternehmen leicht ab

Das können Sie manuell oder per Serienbrieffunktion durchführen. Bei Privatleuten, die umziehen, geht es ja meist nur um 5-15 Anbieter, sodass die Briefe durchaus manuell bearbeitet werden können. Dann wird das Ganze ausgedruckt, überprüft und in Fensterbriefumschlägen versandt. Gegebenenfalls wird noch eine Kopie des Mietvertrages oder ein anderer Beleg beigefügt. Mit 5 bis 15 Briefmarken für einen Standardbrief, ein bisschen Papier- und Druckerkosten sind die Gesamtausgaben überschaubar.

Auch in Online-Zeiten sinnvoll – der Nachsendeantrag

Und falls bei all dem Umzugsaufwand doch vergessen wird, einem wichtigen „Lieferanten“ die neue Adresse mitzuteilen: Die Investition in einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post lohnt sich (für 6 Monate kostet das zum Beispiel 19,95 Euro (Stand März 2019). Wer häufig Post von privaten Briefzustellern erhält, sollte etwas mehr investieren: Bei spezialisierten Anbietern kann ein Nachsendeauftrag, der mehrere Zustellfirmen umfasst, gestellt werden.

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