Umzug mit Kindern – so gelingt’s

Umzug mit Kindern – so gelingt’s

Ein Umzug ist immer ein großer Umbruch für alle Beteiligten. Nach der vielen Arbeit beim Vorbereiten und beim eigentlichen Umziehen geht es oft erst richtig los: Die neuen Wohnräume wollen eingerichtet werden. Alle Familienmitglieder müssen sich in das neue Umfeld einleben, haben oft neue Bezugspersonen in Beruf, Schule oder Kindergarten. Meistens steht im gesamten Alltag ein Neustart an. Besonders Kinder reagieren oft stark auf einen bevorstehenden Umzug.

Begeistert auf zu neuen Ufern?

Insbesondere kleine Kinder freuen sich häufig mit der ihnen angeborenen Neugierde auf Veränderungen. Sie können jedoch auch gleichzeitig oder im Wechsel mit der Vorfreude große Ängste empfinden. Von konkreten Fragen bis hin zu diffusen Befürchtungen – die Reaktionen des Nachwuchses sollten Eltern möglichst umfassend ernstnehmen. Der bevorstehende „Verlust“ der Freunde, der geliebten Lieblingserzieherin in der Kita oder des Lieblingslehrers in der Schule bedeuten großen Stress – nicht nur für jüngere Sprösslinge. Auch die Aussicht auf ein neues Kinderzimmer ist nicht immer positiv. Das gilt selbst dann, wenn das Kinderzimmer bisher mit Geschwistern geteilt werden musste, und im neuen größeren Zuhause ein Zimmer in Aussicht steht.

Die Jüngsten haben sich stark an ihre bisherigen Räume gewöhnt

Hier haben Bett, Kuscheltiere, Spielfiguren, Spiel- und Schreibtisch, Bücher und mehr meist ihren festen Platz. Das gilt, selbst wenn es viele Eltern nicht glauben mögen, auch für chronisch unaufgeräumte Kinder- und Jugendzimmer. Auch die vertrauten Wege zu den anderen Räumen der Wohnung, die Erreichbarkeit und Nähe der Eltern, sind bekannt und vertraut. Nicht zuletzt haben sich Kinder an Lichtverhältnisse und Geräusche gewöhnt.

Nahezu alle Altersgruppen von Kindern reagieren auf Umzüge

Bei älteren Kids wirkt häufig die Trennung von Freunden und Clique besonders schwer. Wenn sie in der Pubertät sind, können Sie auf einen geplanten Umzug mit heftiger Ablehnung reagieren.

Damit sich Ihre Kinder jeden Alters mit Ihnen am neuen Wohnort gut einleben, hier einige Tipps:

1. Zum richtigen Zeitpunkt informieren

Es macht sicher keinen Sinn, den Kindern zu sagen, dass die Familie eventuell in zwei oder drei Jahren aus beruflichen Gründen umziehen muss. Sobald Sie jedoch Gewissheit haben, dass es in einem Jahr oder in einigen Monaten losgehen wird, sollten die Kinder informiert werden. Das ist viel besser, als wenn Sie es durch Zufall erfahren, wenn Sie mit Ihrem Partner darüber reden. Nehmen Sie sich Zeit dafür, und vermitteln Sie möglichst Sicherheit und Zuversicht. Erklären Sie auch, warum der Umzug ansteht. Selbst wenn ein Jobverlust oder eine Trennung der Grund dafür ist. Die meisten Kinder können mit scheinbar unangenehmen Wahrheiten besser umgehen als mit Andeutungen oder „Notlügen“.

2. Nichts „schönreden“, aber Lösungen aufzeigen

Sicher werden Sie Ihren Kindern vermitteln, dass ein Neubeginn eine große Chance ist – auf eine eventuell schönere Wohnung, ein Haus mit eigenem Garten, neue Freunde und mehr. Zeigen Sie Ihren Kindern ganz klar, dass Sie, Ihr Partner und die Kinder das meistern werden. Machen Sie auch deutlich, dass geliebte Spielkameraden, vielleicht auch bisher in der Nähe wohnende Großeltern, nicht „aus der Welt sind“. Dass Ihr Nachwuchs den Kontakt halten kann, und der Lieblings-Opa oder die Oma fast genauso oft vorbeikommen werden wie bisher. Machen Sie auch klar, was mit eventuellen, heißgeliebten Haustieren geschieht (die werden ja sicher meistens mit umziehen…). Gehen Sie aber auch auf Einwände und unterschwellige Widerstände Ihrer Töchter oder Söhne ein. Wischen Sie diese nicht mit einem „Wird schon“ oder „Das gehört zum Leben“ beiseite, sondern äußern Sie Verständnis dafür. Bestätigen Sie, dass es bestimmte Verluste geben wird – um nach der ersten „Trauerarbeit“ dann auch Möglichkeiten aufzuzeigen, wie der Kontakt zu den besten Freunden und anderen Bezugspersonen gepflegt werden kann.

3. Zeit geben

Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis nicht so simpel. Üben Sie sich, auch wenn es schwerfällt, deshalb in Geduld. Erwarten Sie von Ihren Kids nicht sofortige Begeisterung nach dem ersten Gespräch. Und rechnen Sie auch nicht damit, dass nach der ersten Übernachtung in der neuen Wohnung, oder dem ersten Tag in der neuen Schule, „alles gut“ ist. Seien Sie bitte auch nicht enttäuscht, wenn es Rückschläge gibt, und Ihr Kind nach einigen Wochen wieder „zurück“ umziehen möchte…

4. Altersgerecht einbeziehen 

Je mehr Ihr Kind einbezogen wird, desto eher wird es sich das große Projekt Familienumzug auch zu eigen machen. Schon kleine Kinder können ihr Lieblingsspielzeug packen. Mittelgroße Kids können leichte Kartons tragen, und im Umzugstransporter mitfahren. Große Kinder können Sie vielleicht sogar richtig fordern – indem Sie sie für das Verpacken Ihrer Jugendzimmereinrichtung verantwortlich machen, oder beim Planen und Renovieren mit einbinden. Kinder fast jeden Alters lieben es auch, wenn sie, soweit möglich, beim Auswahl neuer Farben, Tapeten und (Kinder-)Möbeln im neuen Zuhause einbezogen werden.

5. Neustart behutsam angehen und begleiten

Hat der Umzug geklappt? Ist das neue Kinder- und Jugendzimmer eingerichtet? Dann nehmen Sie sich, trotz vieler anderer „To Do’s“ Zeit – für sich, Ihren Partner und vor allem die Kinder. Begleiten Sie Ihre Kinder altersgemäß beim erfolgreichen Entdecken des neuen Umfeldes. Dazu gehören die ersten Kontakte mit Nachbarn und Nachbarskindern, das Begehen des neuen Schulweges und die ersten positiven Erlebnisse, wenn sie ihre Umgebung bei einem Spaziergang erkunden. Unterstützen Sie Ihr Kind in den ersten Tagen im neuen Kindergarten oder in der Schule. Fragen Sie nach, insbesondere wenn sich ihr Kind zurückzieht und nur scheinbar „angekommen“ ist. Nehmen Sie bei jüngeren Kids persönlichen Kontakt zu Erziehern oder Lehrern auf.

Wir wünschen viel Erfolg beim Umzug „mit Kind und Kegel“. Apropos Kegel… Sie haben mehr Zeit für Ihre Kinder, wenn Sie Umzugshelfer nutzen, die Ihnen beim Packen und Kisten schleppen helfen…

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